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Unser erstes digitales Semester – Ein Blick hinter die Kulissen

Hinter den Kulissen des „Cauerstudios“ – Mittendrin statt nur dabei

Unser erstes digitales Semester am EES – Ein Blick hinter die Kulissen

Im Sommersemester 2020 startete das erste rein digitale Semester an der FAU. Diese Veränderung brachte viele Herausforderungen mit sich, welche jedoch zur Entwicklung durchdachter und kreativer Lösungen führten. In kürzester Zeit wurden alle Präsenzveranstaltungen zu Onlineformaten umgestaltet.

Somit werden und wurden im laufenden Semester alle Vorlesungen, Übungen, Seminare sowie auch die nicht zu vernachlässigende Betreuung der Studierenden digital im Live-Format angeboten und durchgeführt.

Live-Übung im „Cauerstudio“ von Simon Resch (Wissenschaftlicher Mitarbeiter am LEES)

Im Zuge des „Ausnahme-Semesters“ entstand deshalb am Lehrstuhl für Elektrische Energiesysteme kurzerhand das „Cauerstudio“, welches uns eine vielseitige Umsetzung der Lehrveranstaltungen ermöglicht. All das wäre nicht ohne die Gründung eines kleinen Teams von wissenschaftlichen Hilfskräften und Mitarbeitern möglich gewesen, die als „Team virtueller Hörsaal“ das digitale Lehrkonzept erarbeitet und den Lehrstuhl im laufenden Betrieb technisch betreut haben.

 

Das Studio umfasst einen Arbeitsplatz mit einem leistungsstarken Rechner und mehreren Monitoren, der als zentrales Nervensystem für die verschiedenen medialen Aufnahmesysteme fungiert. Hier werden die Aufnahmestreams der verschiedenen Medien gebündelt und dann selektiv vom Dozenten an die Studierenden ausgestrahlt.

Neben der Ausstrahlung von Bildschirminhalten wie Präsentationsfolien, kleineren, am Lehrstuhl entwickelten Lehrtools, Videos und Websiteinhalten umfasst das „Cauerstudio“ weiterhin ein steuerbares und programmierbares Kamerasystem. Dieses ermöglicht uns nicht nur eine flexible Ablichtung von Versuchsaufbauten und energietechnischen Ausstellungsstücken, sondern auch die Aufnahme von Erklärungen und Skizzen auf einem Whiteboard oder die Ablichtung des Dozenten, um die Vorlesung persönlicher zu gestalten. Zudem wurde in das System einen Visualizer eingebunden, um auch komplexe Sachverhalte übersichtlich und mit scharfen Bildern darstellen zu können.

Für die Bündelung der Medienstreams und die Selektion des gerade gewünschten Streams, der via ZOOM nach außen gesendet wird, wurde die Software „Open Broadcaster Software“ (OBS) genutzt. Diese bindet mit Hilfe einer virtuellen Kamera die Medienstreams in ZOOM ein, wobei alternativ auch andere Webkonferenztools wie MS Teams mit dem gleichen Setup genutzt werden können. Zusammen mit dem programmierbaren „Stream Deck“, eine programmierbare Mini-Tastatur, kann während der Lehrveranstaltung per Knopfdruck schnell zwischen dem PC-Bildschirminhalt, dem Kamerasystem, dem Visualizer oder einem Standby-Standbild beliebig hin und her gewechselt werden. Zusätzlich übernimmt OBS die Aufnahme des an die Studierenden ausgesendeten Streams in hoher Auflösung. Die Aufnahmen der einzelnen Lehrveranstaltungen werden im Anschluss auf dem FAU Videoportal den Studierenden zur Verfügung gestellt.

Auf einem weiteren großen Standbildschirm wird der aktuell ausgesendete Stream als Hilfestellung für den Dozenten mit dem Chat- und Teilnehmerfenster von ZOOM angezeigt, um die Interaktion mit den Studierenden zu erleichtern. Während und nach der Veranstaltung ist es so möglich, Fragen über den Zoomchat oder auch direkt live mit aktiviertem Mikrofon zu stellen. Im Anschluss der Lehrveranstaltung stehen die Dozenten für Rückmeldungen zur Verfügung.   Treten Fragen oder Anregungen außerhalb des Onlinemeetings auf, können diese zu jeder Zeit in StudOn in den extra dafür angelegten Foren gepostet werden. Auf diese Weise wird den Studierenden auch in Zeiten des „Social Distancing“ eine, wenn auch etwas andere Möglichkeit geboten, gemeinsam zu lernen.

So schauen wir nun auf ein sehr erfolgreiches digitales Semester zurück, in dem wir von Zeit zu Zeit neu auftauchende technische Hürden meistern mussten. Wir freuen uns auf eine weitere spannende Entwicklung, in denen wir die Digitalisierung nicht nur als Hindernis, sondern die damit verbundenen Möglichkeiten als neue Chance begreifen, unsere Arbeiten weiter voran zu treiben.