Studentische Arbeiten

Liebe Studierende, an unserem Lehrstuhl findet Ihr an vielfältiges Angebot an verschiedenen Arbeiten. Neue Themen werden regelmäßig ausgeschrieben und hier veröffentlicht. Solltet Ihr selber Ideen und Wünsche haben, zögert nicht unsere Mitarbeiter:innen selbst anzusprechen.

Folgende Arbeiten stehen derzeit zur Verfügung:

M: Ein neuartiger Ansatz zur Kompensation induktiver Blindleistung in selbstgeführten HGÜ Systemen

Allgemeine Informationen:

Zeitraum: ab sofort

Betreuer: Florian Zier, Sebastian Streit

Keywords

Blindleistungskompensation, netzgeführte HGÜ, STATCOM, SVC, VSR

Hintergrund

Netzgeführte HGÜ Systeme erfreuen sich weltweit weiterhin großer Beliebtheit. Die arbeitspunktabhängige Blindleistungsaufnahme netzgeführter Systeme erfordert jedoch eine dynamische Anpassung der benötigten Kompensationsanlagen. Häufig erfolgt die Kompensation über SVCs oder STATCOMs. Schnellschaltende Stufenschalter als neuartige Technologie ermöglichen einen weiteren Ansatz zur dynamischen Blindleistungskompensation.

Beschreibung:

Im Rahmen dieser Arbeit soll der Einsatz Variabler Shunt-Reaktoren (VSR) in Kombination mit schnellschaltenden Stufenschaltern zur Blindleistungskompensation in netzgeführten HGÜ Systemen untersucht werden. Dazu werden zunächst gängige Kompensationsanlagen anhand vorhandener Benchmark-Systeme betrachtet und anschließend zur Untersuchung durch die vorgestellte Technologie ersetzt.

Inhalt:

  • Modellierung eines netzgeführten HGÜ Systems in MATLAB/Simulink
  • Modellierung und Vergleich gängiger Blindleistungskompensationsanlagen für netzgeführte HGÜ Systeme
  • Implementierung eines VSR mit schnellschaltendem Stufenschalter zur Kompensation

Voraussetzungen:

  • GET
  • HSTR oder PEL
  • Erfahrung mit MATLAB/Simulink von Vorteil
  • Gute Deutsch- oder Englischkenntnisse

M: Harmonische Lastflussberechnung in Umrichternetzen

Allgemeine Informationen:

Zeitraum: ab sofort

Betreuer: Andreas Bammes

Keywords

Harmonische Lastflussberechnung, Umrichterdominierte Netze, Harmonische Interaktionen, Umrichterbasierte Erzeugungsanlagen, Power Quality

Hintergrund

Mit dem zunehmenden Einsatz leistungselektronischer Komponenten in modernen Energiesystemen gewinnen harmonische Verzerrungen an Bedeutung. Diese können die Strom- bzw. Spannungsqualität beeinträchtigen und zu zusätzlichen Verlusten sowie unerwünschten Wechselwirkungen führen. Um Abhängigkeiten der resultierenden harmonischen Interaktionen vom bestehenden Leistungsaustausch einzelner Umrichter zu analysieren, reicht die konventionelle Lastflussberechnung aufgrund der von den Betriebsmitteln eingebrachten Oberschwingungen häufig nicht mehr aus, weshalb auf Methoden der harmonischen Lastflussberechnung zurückgegriffen werden muss.

Beschreibung:

Im Rahmen dieser Arbeit soll in einem einfachen Umrichtersystem die Methode der harmonischen Lastflussberechnung implementiert werden. Ausgehend von der konventionellen Lastflussberechnung nach Machowski sollen Methodiken zur harmonischen Lastflussberechnung erarbeitet und auf ein zunächst einfaches System, bestehend aus zwei Umrichtern, angewandt werden. Anschließend soll dieses System um weitere Komponenten, wie ein in der Stärke variabel gestaltetes Netz und ggf. weitere Umrichter, erweitert werden, was die zunächst einfach gestaltete Berechnungsmethode zunehmend komplexer werden lässt. Ziel ist es, am Ende verschiedene variable Umrichternetzmodelle zu erstellen, welche sich im Verhalten mit der harmonischen Lastflussberechnungen decken.

Inhalt:

  • Erarbeitung und Aneignung von Methodiken zur harmonischen Lastflussberechnung
  • Modellierung variabler Umrichternetze in MATLAB/Simulink
  • Aufstellen der harmonischen Lastflussberechnung, für die erstellten Umrichternetze
  • Validierung des realitätstreuen Verhaltens der Umrichtertestnetze durch Vergleich der erstellten Berechnungen mit den Simulationsergebnissen

Voraussetzungen:

  • GET
  • HSTR oder PEL
  • Erfahrung mit MATLAB/Simulink von Vorteil
  • Gute Deutsch- oder Englischkenntnisse

M: Area-of-Interest Selection for RMS-EMT Co-Simulation Using Automated Simulation Workflows

Allgemeine Informationen:

Zeitraum: ab sofort

Betreuer: Bernd Schweinshaut

Keywords: RMS-EMT co-simulation, power system dynamics, python

Background:

Electromagnetic transient (EMT) simulation is essential for analyzing fast dynamic phenomena in power systems, but it is computationally expensive for large-scale networks. To make such studies feasible, EMT–RMS co-simulation is commonly applied, where only selected parts of the system are modeled in EMT, while the remaining network is represented using RMS models.

A key challenge in EMT–RMS co-simulation is the determination of the area of interest (AoI) that must be simulated in EMT in order to achieve sufficient accuracy. In practice, the selection of the AoI is often based on expert knowledge and manual trial-and-error. Systematic and quantitative methods to identify suitable EMT regions and to assess their impact on simulation accuracy are largely missing.

Although tools such as SINCAL support EMT–RMS co-simulation, the lack of automated workflows for scenario generation, fault analysis, and comparison with monolithic EMT simulations makes it difficult to investigate AoI selection in a reproducible and scalable manner.

Content:

The objective of this thesis is to develop a Python-based automation and evaluation framework for EMT–RMS co-simulation in SINCAL, with a particular focus on the systematic determination of the area of interest for EMT modeling.

  • Analysis of EMT–RMS co-simulation concepts with emphasis on AoI selection and interface placement
  • Implementation of an automated framework for generating and executing co-simulation scenarios with varying EMT regions and fault locations
  • Development of quantitative methods to evaluate the influence of the AoI on simulation accuracy by comparison with monolithic EMT simulations
  • Investigation of criteria and indicators for identifying suitable EMT areas based on disturbance propagation and sensitivity analysis

Prerequisites:

  • Independent and structured way of working
  • Motivation for electrical power engineering and power system analysis
  • Beneficial but not mandatory: experience with Python programming and power system simulation tools (e.g., SINCAL, PowerFactory, PSCAD, MATLAB®/Simulink)

M: Vergleich und Erweiterung des Zustandschätzungsverfahren im Projekt EOS

Allgemeine Informationen:

Zeitraum: ab sofort

Betreuer: Florian Zier, Timo Wagner

Keywords: State Estimation, Kalman Filter

Beschreibung:

Im Rahmen dieser Arbeit soll die bestehende auf Weighted Least Squares (WLS) basierende Zustandschätzung eines Niederspannungsnetzes systematisch untersucht und bewertet werden. Hierzu steht ein Echtzeitsimulator zur Verfügung, über den sowohl reale Messdaten als auch synthetische Referenzszenarien bereitgestellt werden können, um reproduzierbare und vergleichbare Ergebnisse zu ermöglichen. Aufbauend auf der bestehenden WLS-Zustandsschätzung soll ein Kalman-Filter-basiertes Zustandschätzungsverfahren umgesetzt und integriert werden. Anschließend erfolgt ein quantitativer Vergleich beider Verfahren.

Inhalt:

  • Benchmarking einer exisitierenden WLS-Zustandsschätzung mithilfe des Echtzeitsimulators
  • Implementierung einer Zustandschätzung auf Basis des Kalman-Filters
  • Systematischer Vergleich und Bewertung beider Verfahren

Voraussetzungen:

  • Grundkenntnisse in Elektrotechnik
  • Vorkenntnisse im Programmieren, speziell Python
  • Sehr gute Deutsch oder Englisch Kentnisse

M: Untersuchung der Anwendbarkeit von Large Language Models zur Konfiguration von Schutzrelais

Allgemeine Informationen:

Zeitraum: ab sofort

Betreuer: Georg Kordowich

Keywords: LLMs, Schutztechnik

Beschreibung:

Die Konfiguration von Schutzrelais in elektrischen Netzen ist eine komplexe und zeitaufwendige Aufgabe, die umfangreiches Fachwissen und Erfahrung erfordert. In jüngster Zeit haben Large Language Models (LLMs) erhebliche Fortschritte gemacht und zeigen Potenzial, auch in spezialisierten technischen Bereichen eingesetzt zu werden. Diese Masterarbeit untersucht, inwieweit LLMs zur Automatisierung und Unterstützung der Konfiguration von Schutzrelais verwendet werden können. Die Arbeit wird in Kooperation mit einer Expert-Consulting Abteilung der Siemens AG durchgeführt.

Inhalt:

  • Aufbau einer Toolchain zum schnellen Verarbeiten der Daten
  • Entwicklung und Durchführung von Tests zur Evaluierung der LLMs
  • Dokumentation und Bewertung der Ergebnisse

Voraussetzungen:

  • Grundkenntnisse in Elektrotechnik sind wichtig
  • Vorkenntnisse im Programmieren, speziell Python, sind wünschenswert

B/PA: Development and Extension of a UCTE-to-ePHASORSIM Converter for Dynamic Power System Simulation

Allgemeine Information

Zeitraum: Ab sofort

Betreuer: Bernd Schweinshaut

Keywords

Dynamisierung, Echtzeitsimulation, Python

Background

Large-scale European transmission system models are commonly exchanged using the UCTE format, which provides a standardized representation of steady-state network data. For dynamic and stability studies, these static models must be converted into formats compatible with dedicated simulation tools such as ePHASORSIM. A previous bachelor thesis implemented a converter from the UCTE format to the ePHASORSIM Excel-based input format and introduced several functional improvements. However, important dynamic modeling aspects, particularly detailed transformer representations and control systems of synchronous machines, are not yet sufficiently supported.

Content:

The objective of this thesis is to further develop and enhance the existing Python-based UCTE-to-ePHASORSIM converter in order to enable more realistic dynamic simulations. The work will include:

  • Reviewing the UCTE format and the current state of the existing converter
  • Extending the data processing pipeline to support two-winding block transformer models for generator connections
  • Implementing dynamic models for synchronous machines, including: GOV, AVR, PSS
  • Validating the extended converter using a representative European test network

Prerequisites

  • Independent and structured way of working
  • Motivation for electrical power engineering and power system analysis
  • Beneficial but not mandatory: experience with Python programming and power system simulation tools (e.g., ePHASORSIM, PowerFactory, SINCAL, MATLAB®/Simulink)

FP: Auslegung von Power Oscillation Damping Reglern für hybride Kraftwerke in PowerFactory

Allgemeine Informationen:

Zeitraum: ab sofort

Betreuer: Artur Takhtaganov

Keywords: Power Oscillation Damping, Hybride Kraftwerke, PowerFactory

Hintergrund:

Erneuerte Anforderungen für hybride Kraftwerke sehen vor, dass diese bei der Dämpfung von Netzpendelungen mitwirken. Dafür können sogenannte Power Oscillation Damping (POD) Regler eingesetzt werden. Die korrekte Auslegung dieser Regler gestaltet sich in der Praxis oft schwierig und erfordert entweder einen hohen manuellen Aufwand oder besondere Methoden zur Parametrierung.

Herausforderung:

Es wurde am Lehrstuhl für Elektrische Energiesysteme eine Methode entwickelt, POD-Regler basierend auf einer Zustandsraumdarstellung auszulegen. Diese Methode soll näher untersucht und in PowerFactory getestet werden. Dazu muss ein hybrides Kraftwerk samt POD-Reglern modelliert werden und in einem entsprechenden Testsystem validiert und untersucht werden. Ein besonderes Augenmerk soll auf die Modulation von Wirk- und Blindleistung gelegt werden.

Inhalt:

  • Einarbeitung in Zustandsraummethoden und Kleinsignalstabilität
  • Aufbau eines hybriden Kraftwerksmodells in PowerFactory inkl. Reglermodellierung
  • Auslegung von POD-Reglern gemäß der besagten Methodik
  • Untersuchung anhand geeigneter Testszenarien und Bewertung der Ergebnisse
  • Dokumentation und Präsentation der Ergebnisse

Voraussetzungen:

  • Grundlagen der elektrischen Energietechnik und Regelungstechnik
  • Eigenmotivierte und selbstständige Arbeitsweise
  • Erfahrung mit Netzsimulationsprogrammen, insb. PowerFactory

B/FP/PA: Implementierung und Vergleich des EOS Netzmodells in Hypersim auf Basis von RSCAD

Allgemeine Informationen:

Zeitraum: ab sofort

Betreuer: Florian Zier, Timo Wagner

Keywords: Echtzeitsimulation, Opal-RT Hypersim, RTDS, Projekt EOS

Beschreibung:

Im Rahmen dieser Tätigkeit soll das bestehende Netzmodell des Projekts: Energetische Optimierung einer Energie-Plus-Siedlung auf Systemebene (EOS) in unterschiedlichen Echtzeitsimulationsumgebungen untersucht und weiterentwickelt werden. Ausgangspunkt ist ein bereits in RSCAD implementiertes Modell, das zur Echtzeit-Simulation auf RTDS-Systemen genutzt wird. Dieses Modell soll zunächst reproduzierbar simuliert und über eine Python-Schnittstelle ausgewertet werden. Im nächsten Schritt ist das Netzmodell auf die Opal-RT Hypersim Plattform zu übertragen bzw. in Hypersim weiterzuentwickeln. Anschließend erfolgt ein gezielter Vergleich der Simulationsergebnisse zwischen RSCAD und Hypersim.

Inhalt:

  • Simulation des EOS Netzmodell in RSCAD und Python
  • Weiterentwicklung und Implementierung des Netzmodells in Hypersim
  • Vergleich der Netzsimulationen zwischen Opal-RT Hypersim und RSCAD

Voraussetzungen:

  • Grundkenntnisse in Elektrotechnik
  • Vorkenntnisse im Programmieren, speziell Python
  • Sehr gute Deutsch oder Englisch Kentnisse

FP: Integration eines Schutzalgorithmus in Echtzeit auf RTDS Simulatoren

Allgemeine Informationen:

Zeitraum: ab sofort

Betreuer: Jonathan Löbel

Keywords: Echtzeit, Netzsimulation, Schutztechnik

Hintergrund:

Der Anteil von Erneuerbaren Energien nimmt massiv zu. Der Großteil der Anlagen ist über Umrichter an das elektrische Netz angeschlossen. Das Verhalten dieser Umrichter unterscheidet sich grundsätzlich von dem klassischer Synchrongeneratoren. Auch in dem Fall eines Kurschlusses ist dies der Fall. Schutztechnik ist auf das Verhalten klassischer Einspeiser ausgelegt. Um auch in diesen Fällen einen sicheren und stabilen Betrieb zu gwwährleisten werden neue Schutzalgorithmen entwickelt, oder bestehende erweitert. Diese müssen in Echtzeit validiert werden, um ihre Performance zu gewährleisten.

Herausforderung:

Die am EES entworfenen Schutzalgorithmen liegen in MATLAB Simulink vor. Diese sollen in die Echtzeitumgebung von RTDS überführt werden. Hierfür stehen mehrere Optionen zur Verfügung. Einserseits die direkte Integration in das Simulationsprogramm RSCAD oder die parallele Simulation auf Opal-RT-Echtzeitrechnern in MATLAB. Im Zuge der Arbeit soll mindestens eine der beiden Optionen realisiert werden.

Inhalt:

  • Einarbeitung in Echtzeitsimulation
  • Einarbeitung in Echtzeit-Simulationsprogramme RSCAD oder RT-LAB
  • Validierung der Schutzalgorithmen in Echtzeit

Voraussetzungen:

  • Strukturierte und eigenständige Arbeitsweise
  • Motivation für Elektrische Energietechnik
  • Grundlagen der elektrischen Energieversorgung (GEEV)
  •  Planung elektrischer Energieversorgungsnetze (PEEV) oder Schutz- und Leittechnik (SLT) von Vorteil

B/FP/PA: Netzwiederaufbau nach Blackout – Simulation mit PowerFactory

Allgemeine Informationen:

Zeitraum: ab WS26/27

Betreuer: Simon Linnert

Keywords: Blackout, Netzwiederaufbau, Automatisierung, PowerFactory

Hintergrund:

Großflächige Stromausfälle wie auf der Iberischen Halbinsel im Frühjahr 2025 zeigen, wie kritisch eine koordinierte Wiederherstellung der Versorgung ist. Netzoperatoren müssen unter hohem Zeitdruck komplexe Entscheidungen treffen. Netzwiederaufbau-Simulatoren helfen dabei, Wiederaufbaupläne zu testen und Operatoren auf seltene Szenarien vorzubereiten.

Herausforderung:

Ziel ist es, solch einen Simulator in Python modularisiert neu aufzubauen und via PowerFactory’s Python-API auf das Netzmodell in der Simulationsumgebung zuzugreifen. Dies erlaubt flexible Erweiterbarkeit (z. B. für KI-Anwendungen) und ermöglicht die Automatisierung komplexer Simulationen.

Inhalt:

  • Analyse des bestehenden DPL-basierten Simulators
  • Entwicklung einer Python-basierten Architektur zur modularen Steuerung
  • Implementierung zentraler NWA-Funktionen (Schalten, Laständerung,
    Frequenztrigger, Zeitschritte, Logging)
  • Abbildung typischer Use Cases (z. B. Schwarzstart, Schutzreaktion)
  • Dokumentation und Vergleich mit DPL-Vorlage

Voraussetzungen:

  • Grundlegendes Verständnis der elektrischen Energietechnik (GEEV, BKE)
  • Bereitschaft zur Einarbeitung in PowerFactory
  • Fortgeschrittene Programmierkenntnisse in Python

Bedeutung
B: Bachelorarbeit
M: Masterarbeit
PA: Projektarbeit
SA: Seminararbeit
FP: Forschungspraktikum